Schwangerschaftskalender
9. Schwangerschaftswoche (9. SSW)

SSW 9
Lushpix Illustration
Inhalt: 
Wichtige Daten zu deiner 9. SchwangerschaftswocheSSW 9: So entwickelt sich dein BabyUltraschall-Video der WocheWichtig für dich: Die erste Vorsorgeuntersuchung steht anFür den Vater in der 9. SSW

Wichtige Daten zu deiner 9. Schwangerschaftswoche

SSW: 9
Größe des Babys (SSL): 2,3cm
Gewicht des Babys: 2 Gramm

SSW 9: So entwickelt sich dein Baby

Dein Baby ist in SSW 9 ungefähr so groß wie eine 1-Euro-Münze. Nerven und Muskeln beginnen zusammenzuarbeiten. Es zappelt jetzt schon richtig viel, schwimmt in der Fruchtblase und schlägt munter Purzelbäume. Aber da es ja erst einige zarte Gramm schwer ist, spürst du noch nichts davon. Die Körperkonturen des Embryos lassen sich nun immer besser erkennen. Der Hals hat sich entwickelt und trennt das große Köpfchen vom Rest des Körpers. Augen, Ohren, Nase und Lippen – auch im Gesicht sind nun immer mehr Einzelheiten zu sehen. Und sogar Anlagen für die Brustwarzen haben sich in SSW 9 schon gebildet. Beim bildgebenden Verfahren werden Beine, Füße, Arme und Hände deutlich sichtbar. Die einzelnen Finger und Zehen sind in Schwangerschaftswoche 9 noch mit einer feinen Haut verbunden, Hände und Füße erinnern dadurch an kleine Flossen.

Ultraschallbilder aus dem 1. Trimester

Weiterlesen

Ultraschall-Video der Woche

Ein 3D-Ultraschall ermöglicht die räumliche Darstellung deines Babys auf dem Ultraschall-Monitor. In der Diagnostik kommt dieses spezielle Verfahren nur in seltenen Fällen zum Einsatz. Schwangere, die gerne eine 3D-Aufnahme ihres Kindes haben möchten, müssen die Kosten dafür meist selber tragen. Unser Video zeigt, wie solche Videos aussehen. (Es zeigt zweimal die selbe Szene, links in normalem Ultraschall, rechts in 3D.) Und in diesem Fall bekommst du auch noch etwas besonders Seltenes zu sehen: Drillinge!

©  www.praenatalzentrum.de

singlePlayer

Wichtig für dich: Die erste Vorsorgeuntersuchung steht an

Jetzt ist es endlich so weit! Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung, die normalerweise zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche stattfindet, kannst du dein Baby im Bauch das erste Mal sehen. Da zappelt es munter vor sich hin: dein Kleines! Was vorher vielleicht noch ein bisschen abstrakt war, wird mit dem Flimmern auf dem Ultraschall-Monitor nun ganz deutlich: Das Herz deines Babys schlägt! Im Verlauf der Untersuchung wird dein Frauenarzt nun schauen, ob sich das Kind altersgemäß entwickelt und wo deine Plazenta sitzt. Der errechnete Geburtstermin wird mit der Größe des Embryos verglichen und eventuell korrigiert. Leg dich aber auf dieses Datum nicht zu sehr fest: Nur knapp 4% aller Babys werden tatsächlich an dem errechneten Tag geboren. Natürlich wird auch die Gesundheit von Mama genau unter die Lupe genommen: Wiegen, Blutdruckmessen und Urinuntersuchung stehen auf dem Programm. Wahrscheinlich wird dir auch ein bisschen Blut abgenommen, damit der Arzt deine Blutgruppe (A, B, AB oder 0) und den Rhesusfaktor (Rh-positiv oder Rh-negativ) bestimmen kann. Der Rhesusfaktor ist erblich, in seltenen Fällen können sich der von Mutter und Kind unterscheiden. Das zu wissen, ist besonders für eine mögliche zweite Schwangerschaft von Bedeutung. Angenommen du bist Rh-negativ und dein ist Baby Rh-positiv und euer Blut kommt beispielsweise bei der Geburt miteinander in Kontakt, dann empfindet dein Körper das Rh-positive Blut deines Kindes als fremd und bildet dagegen Antikörper. Zunächst kein Problem. Wenn du aber mit einem zweiten Kind schwanger sein solltest, das ebenfalls Rh-positiv ist, können die Antikörper die Blutzellen dieses Babys angreifen. Das wäre für das Kind dann lebensbedrohlich. Glücklicherweise kann man das heute mit der Gabe von Anti-D-Immunglobulin verhindern.

Übrigens: Sollte der Arzt bei dir eine Rhesus-Unverträglichkeit festgestellt haben, erhältst du im Mutterpass den Vermerk Risikoschwangerschaft. Bitte nicht erschrecken. Gemeint ist damit nur eine besonders intensive Betreuung durch den Frauenarzt in den kommenden Schwangerschaftswochen.

9. SSW: Angst vor dem Ultraschall-Termin: Was kann ich tun?
Keine Frage, du freust dich riesig über deine Schwangerschaft und bist auch schon total aufgeregt, denn bei der kommenden Vorsorgeuntersuchung steht der erste Schall-Termin an. Endlich kannst du dein Baby sehen: Hände, Beine, Kopf und vielleicht sogar schon das kleine Stupsnäschen. Und trotzdem: Neben der großen Vorfreude ist dir ziemlich mulmig zumute. Denn der Arzt wird auch begutachten, ob sich dein Kleines altersgerecht entwickelt und die Schwangerschaft normal verläuft. Verständlich, dass du nervös bist und sich die Gedanken im Kreise drehen. Du bist nicht alleine, den meisten Schwangeren geht es so. Und nicht nur ihnen, auch ihren Partnern. Du bist ja jetzt auch schon ein paar Wochen schwanger, hast die ein oder andere Gewohnheit den Umständen angepasst und klar, ihr habt eine Beziehung zu dem Würmchen in deinem Bauch aufgebaut. Ein kaum auszuhaltender Gedanke, dass etwas mit dem Baby nicht stimmen könnte. Wenn dich die Angst überkommt: erstmal tief durchatmen. Und dann mach dir klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ganz wichtig: Auch wenn es dir vielleicht schwer fällt: Finger weg von Google und Forenbeiträgen! Das macht dich nur verrückt. Genieße deine Schwangerschaft und freue dich, dass alles ok ist, solange es keine Anzeichen für das Gegenteil gibt.

Tipp: Besprich deine Ängste mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme. So können sie bei den Vorsorgeuntersuchungen besser auf dich eingehen. Vielleicht machen sie zu deiner Beruhigung einfach eine Untersuchung mehr. Oder sie besprechen die Ergebnisse einfach besonders einfühlsam und intensiv mit dir.
 
IGeL-Leistungen in der Schwangerschaft
Nicht alle Untersuchungen während der Schwangerschaft sind kostenlos. Manche Untersuchungen sind aber trotzdem ratsam. Am besten, du besprichst mit deinem Arzt, ob und wenn ja, welche zusätzlichen Leistungen für dich sinnvoll sind. Diese individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen leider privat gezahlt werden:

  • Akupunktur: Kann bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Rückenschmerzen und Schlafstörung helfen.
  • Toxoplasmose-Test: Dazu nimmt der Arzt dir Blut ab. Im Labor wird es auf mögliche Antikörper untersucht. Sind Antikörper vorhanden, ist das ein sicheres Zeichen, dass du dich in der Vergangenheit bereits infiziert hattest und nun immun bist - dem Baby kann also nichts mehr passieren. Falls keine Antikörper vorhanden sind, weißt du nun, dass du Fleisch nur gut durchgebraten oder gekocht essen solltest. Auch rohe Wurst lieber meiden. Obst und Gemüse vor dem Verzehr bitte gut abwaschen.
  • Nachweis auf B- Streptokokken: Den Erreger tragen viele Frauen symptomlos in sich. Ein einfacher Abstrich klärt, ob die Mutter sich infiziert hat. Wenn ja, wird ihr unter der Geburt eine Infusion mit Antibiotika gegeben, damit das Kind sich nicht ansteckt.
  • Nackenfaltenmessung: Das Ungeborene wird auf das Risiko für Trisomie oder einen Herzfehler untersucht. Bei Risikoschwangerschaften übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Selbstzahler müssen etwa 150 Euro für die Untersuchung bezahlen.
  • Ersttrimesterscreening: Zusätzlich zur Nackenfaltenmessung wird das mütterliche Blut analysiert. Anhand aller Werte wird das individuelle Risiko für eine Trisomie des Kindes berechnet.
  • Nichtinvasiver Bluttest: Wer möglichst genau wissen möchte, ob bei seinem Kind eine Trisomie oder eine Störung der Chromosomen X und Y vorliegt, kann einen Bluttest durchführen lassen. Die Kosten hierfür variieren je nach Anbieter.
  • Test auf Zytomegalie: Zytomegalie-Erreger gehören zu den Herpesviren. Für Erwachsene ist das Virus ungefährlich, meist merken sie die Ansteckung nicht einmal. Schwangere mit bereits überstandener Infektion müssen sich nicht weiter sorgen. Lediglich eine Erstinfektion während der Schwangerschaft birgt Risiken für das Baby. Frauen, die bereits ein Kleinkind zuhause haben, wird daher zu besonderer Hygiene im Umgang mit Urin und Speichel des Kindes geraten.
  • Antikörper-Suchtest auf Ringelröteln: Steckt sich eine Schwangere mit dem Virus an, reduziert sich beim Baby die Zahl der roten Blutkörperchen. In acht bis zehn Prozent der Fälle reagiert das Ungeborene darauf mit Wassereinlagerungen, die gefährlich werden können. Ein einfacher Bluttest klärt, ob bereits Antikörper vorliegen.
  • Herpes simplex: Neugeborene, die mit dem HS-Virus während der Geburt oder danach infiziert werden, können schwer erkranken. Daher wird Schwangeren, die früher bereits eine Herpesinfektion hatten oder aktuell einen Partner mit Herpes haben, empfohlen, ihren Immunstatus untersuchen zu lassen.
  • Zusätzlicher Ultraschall: Wer mag, kann zusätzlich zu den vorgesehenen extra Ultraschalltermine vereinbaren. Je nach Frauenarzt und Methode (2D bzw. 3D) liegen die Kosten zwischen 30 und 50 Euro.
singlePlayer

Für den Vater in der 9. SSW

Mit der ersten Vorsorgeuntersuchung in der 9. Schwangerschaftswoche fällt es vielen Vätern leichter, sich auf die veränderte Lebenssituation einzulassen. Erstmals konnten sie auf dem Ultraschallmonitor ihr Kind und sein kleines schlagendes Herz sehen. In dem noch flachen Bauch der Liebsten wächst wirklich und wahrhaftig neues Leben heran. So langsam kannst du den Gedanken wagen: „Wie wird das Leben mit Kind wohl sein? Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Werde ich meinem Kind Fahrradfahren beibringen? Ihm die Welt erklären?“ Vielleicht denkst du jetzt auch an deine eigene Kindheit? Wie war mein Papa eigentlich und was für ein Vater-Typ möchte ich sein?

Hinweis zu Größe und Gewicht
Mit fortschreitender Schwangerschaft entwickeln sich Babys immer individueller. Daher sind die Größen- und Gewichtsangaben in diesem Schwangerschaftskalender Durchschnittswerte. Dein Kind ist ein bisschen kleiner oder größer und auch sein Gewicht entspricht nicht den durchschnittlichen Werten? Kein Grund zur Sorge. Dein Frauenarzt wird die Entwicklung deines Babys während der Schwangerschaft genau beobachten.

Die 9. SSW zusammengefasst:

  • Der Körper des Embryos ist in dieser Schwangerschaftswoche gerade einmal so groß wie eine 1-Euro-Münze, und schon haben sich Anlagen für die Brustwarzen gebildet.
  • Die erste Vorsorgeuntersuchung steht an.
  • Angst vor dem US-Termin? Das geht vielen Schwangeren so. Besprich deine Ängste auf jeden Fall mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.
  • Zusätzliche Untersuchungen müssen leider privat gezahlt werden. Mehr Infos zu den IGeL-Leistungen in der Schwangerschaft findest du hier.
  • In welcher Schwangerschaftswoche bin ich? Unser Geburtstermin-Rechner verrät es dir ganz schnell.
  • Bis zur Geburt deines Babys vergehen noch ca. 31 Schwangerschaftswochen.