Ernährung in der Schwangerschaft
 
Thunfisch in der Schwangerschaft: Schadet er dem Baby?

Fisch ist ein wichtiger Bestandteil für die ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft und während des Stillens. Aber wie sieht es mit größeren Fischen aus – speziell Thunfisch? Ist sein Verzehr in der Schwangerschaft unbedenklich? Wir haben die Antworten.

Thunfisch mit Schnittlauch auf Baguette
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Auf einen Blick
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  • Thunfisch enthält unter anderem wichtige Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung des Gehirns des Babys wichtig sind.
  • Der relative hohe Quecksilber-Gehalt im Thunfisch kann während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes haben.
  • Schwangere und Frauen in der Stillzeit sollten möglichst auf den Verzehr von Thunfisch verzichten und auf alternative Fischsorten zurückgreifen.

Was sind die Vorteile von Thunfisch?

Die im Thunfisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren bringen bei Schwangeren einige Vorteile mit sich. Sie sind essenziell für die Entwicklung der Augen und der Gehirnfunktion deines Kindes. Studien haben außerdem gezeigt, dass sie das Risiko von Frühgeburten und Allergien bei Kindern verringern können.
 
Weitere wichtige Nährstoffe, die im Thunfisch enthalten sind:

  • Protein: wichtig für das Wachstum des Babys; Thunfisch ist einer der proteinreichsten Fische überhaupt
  • Eisen: unterstützt die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns
  • Vitamin B12: unterstützt ebenfalls das Nervensystem
  • Vitamin D: ist wichtig für die Knochen

Das klingt alles erst mal sehr positiv, allerdings haben große Fische auch einen ganz gravierenden Nachteil – nämlich ihren relativ hohen Anteil von Schwermetallen. Vor allem Quecksilber kann einen nachweislich negativen Effekt auf die Entwicklung deines heranwachsenden Babys haben.

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Was sind die Gefahren für mein Baby?

Grundsätzlich enthalten alle Fische eine gewisse Menge an Quecksilber. Allerdings gilt: je größer und älter der Fisch, umso höher die Menge schädlicher Substanzen. Denn die Metalle sammeln sich über das Leben der Fische hinweg an. Raubfische, die größer werden und länger leben, haben demzufolge einen höheren Schwermetallgehalt als kleinere Fische. Verzehrst du nun in der Schwangerschaft zu viel, kann dies gesundheitliche Folgen für dein Baby haben. Denn Quecksilber kann über die Plazenta zu deinem Kind gelangen und die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die Gehirnfunktion und das Nervensystem können geschädigt werden.
 
Die häufigsten gesundheitlichen Probleme aufgrund von Quecksilber:

  • ein niedriger IQ
  • allgemeine Lernschwierigkeiten
  • Beeinträchtigung der Sprachfähigkeit und des Erinnerungsvermögens
  • schlechte visuell-räumliche Wahrnehmung
  • verzögerte motorische Entwicklung

In einer Studie zur Kindergesundheit in Zusammenhang mit Quecksilber wurden auch einige extreme Fälle festgestellt. Hier kam es beispielsweise zu einem Verlust der Sinne (Sehen, Hören oder Riechen), Koma oder im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Babys.

Kann ich während der Schwangerschaft überhaupt Thunfisch essen?

Schwangere Frau steht am Kühlschrank und überlegt, was sie essen kann
iStock, nelic

Wenn du gerade ein Thunfisch-Sandwich gegessen haben solltest, dann mach dir keine Sorgen. Wie immer macht die Dosis das Gift: Es braucht mehr als eine Mahlzeit, um negative Folgen für deine Schwangerschaft zu haben! Und an sich ist Fisch in gewissen Mengen ja auch gesund.
 
Am besten ist es aber tatsächlich, wenn du während deiner Schwangerschaft und der Stillzeit ganz auf große Fische wie Thunfisch verzichtest. Und schließlich gibt es ja gute Alternativen, also kleinere Fische mit einem geringeren Quecksilber-Gehalt. Dazu zählen zum Beispiel Hering, Forelle oder Makrele. Wenn du aber gar nicht auf Thunfisch verzichten möchtest, solltest du ihn in kleinen Mengen (die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht in ihren Empfehlungen von 70 Gramm fettem Seefisch pro Woche) – und nie roh zu dir nehmen. Denn roher Fisch kann gefährliche Bakterien wie Listerien enthalten und deinem ungeborenen Kind somit schaden.