Wachstum
 
Wie groß wird mein Kind werden?

Groesse und Gewicht
iStock, Konstantin Aksenov
Auf einen Blick
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  • Am schnellsten wächst ein Kind im ersten Lebensjahr.
  • Bis zu seiner endgültigen Länge legt ein Kind jedes Jahr durchschnittlich drei Prozent an Körpergröße zu.
  • Die Körpergröße des Kindes hängt zum Großteil von der Körpergröße der Eltern ab, aber auch Ernährung und medizinische Versorgung spielen eine Rolle.
  • Heute sind die Menschen im Durchschnitt rund 16 Zentimeter größer als noch vor 100 Jahren.

Perzentilenrechner – Wie weit weicht mein Kind vom Durchschnitt ab?

Diese Kurven zeigen, wie Kinder im Durchschnitt wachsen. Die Perzentilkurve mit der Zahl 50 stellt jeweils den Durchschnittswert dar. Die Perzentilenkurven sind auch in deinem gelben Heft zur Vorsorgeuntersuchung abgebildet.

Beispiel 1: Deine Tochter ist mit vier Jahren genau 1,05 Meter groß. Damit liegt sie bei 50 Perzentile also genau im Schnitt. 50 Perzentile heißt nichts anderes, als dass 50 von 100 Mädchen in diesem Alter größer sind als 1,05 Meter und 50 von 100 kleiner. Zum Vergleich: Wäre deine Tochter 1,11 Meter groß, läge sie bei 90 Perzentile: 90 von 100 Mädchen ihres Alters wären kleiner und 10 von 100 größer als sie.

Beispiel 2: Dein Sohn ist mit zehn Jahren genau 1,30 m groß. Damit liegt er genau bei der dritten Perzentile. Das bedeutet, dass nur drei von 100 Jungen in diesem Alter kleiner als oder gleich groß wie er sind und 97 größer per Definition gelten Kinder unterhalb der dritten Perzentile als "kleinwüchsig", über der 97ten als "hochwüchsig".
 
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Der Spätzünder im Röntgenbild

Abweichungen im Verhältnis vom Wachstum zum Alter gibt es sehr häufig: Von den Kindern, die wegen Kleinwuchs beim Hormonspezialisten für Kinder und Jugendliche vorgestellt werden, sind ca. 65 Prozent sogenannte Spätzünder. "Häufig handelt es sich bei der biologisch verzögerten Entwicklung von Wachstum und Pubertät nur um eine Normvariante des Wachstums", so Dr. Dirk Schnabel, pädiatrischer Endokrinologe vom Otto-Heubner-Centrum für Kinder- und Jugendmedizin im Charité Berlin. "Wenn die Eltern selbst als Kinder auch später in die Pubertät kamen, vererben sie das meistens an ihre Kinder weiter." Besteht Grund zur Besorgnis, so können sich Eltern mit ihrem Kind an einen Endokrinologen wenden und das sogenannte "biologische Alter" (oder auch "Knochenalter") des Kindes ermitteln lassen. Das funktioniert anhand eines Röntgenbildes der Handknochen: Dabei wird ganz einfach das kalendarische Alter mit dem des Körpers verglichen und auf Abweichungen untersucht. Ab dem sechsten bis siebten Lebensjahr kann eine solche Untersuchung durchgeführt werden. Typischer Fall: Ein 14-jähriger Junge weist ein biologisches Alter von zwölf Jahren auf. Das biologische Alter weicht folglich um zwei Jahre vom tatsächlichen Alter ab. Ist dein Kind ein Spätzünder? Dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen: Das "spät" wird sich früh genug in ein "pünktlich" ausgleichen – der Vorlauf ist nur etwas länger. Ganz normal!

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Welche Rolle spielt die körperliche Gesundheit?

Der Prozess des Wachsens an sich kann von einer Vielzahl von äußeren Einflüssen gehemmt oder begünstigt werden. In erster Linie ist entscheidend, wie das Kind gesundheitlich versorgt ist: Nur wenn ein Kind allgemein unter guten Rahmenbedingungen aufwachsen kann, hat der Organismus auch die maximale Energie zur Verfügung, die er zum Wachsen braucht. Dazu gehören eine gute und schnelle Behandlung bei Krankheiten allgemein, Vorbeugung gegen Infektionen und regelmäßige Impfungen, ein ausgeglichener Hormonhaushalt und eine gesunde Ernährung.
Apropos – dass sich in Sachen Ernährung in den letzten 100 Jahren einiges verbessert hat, zeigt sich deutlich: Die Menschen von heute sind durchschnittlich 16 Zentimeter größer als im Jahre 1905. So viel sagt die Statistik von Dr. Schnabel. Die Ursache der Größenzunahme sieht er hauptsächlich in der bei weitem proteinreicheren Ernährung begründet.

Welche Rolle spielt die seelische Gesundheit?

Doch körperliche Gesundheit ist nicht alles: Wird die seelische Stabilität vernachlässigt, zeigt sich das nicht selten auch körperlich – und umgekehrt. In wie weit Körper und Psyche tatsächlich Hand in Hand gehen, erläuterte uns Dr. Schnabel anhand einer Studie, die Mitte der 60er Jahre durchgeführt wurde: Die Kinder eines englischen Kinderheimes wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe unterstand einer Erzieherin, die sich sehr warmherzig und aufmerksam um die Kinder kümmerte – die andere Gruppe hingegen wurde von einer sehr strengen Erzieherin geleitet. Sie verhielt sich den Kindern gegenüber sehr kühl und brachte ihnen kaum Liebe und Fürsorge entgegen, sondern viel mehr "harte Zucht". Das Resultat war erschreckend: Während die Kinder der ersten Gruppe sich erwartungsgemäß normal entwickelten, erlitten die Kinder der zweiten Gruppe förmlich einen "Ausfall" von Wachstumshormonen und blieben in ihrer Entwicklung deutlich hinter den anderen zurück. Und insbesondere im Längenwachstum zeigte sich ein Kontrast: Im Gegensatz zu ihren Altersgenossen blieben die Kinder der zweiten Gruppe buchstäblich in ihrer Größe stehen. Dass dies kein Zufall war, zeigte sich, als die Studie eine Wendung erfuhr: Die Kinder der Gruppe mit der strengen Ziehmutter wurden zu den Kindern der ersten Gruppe verlegt. Innerhalb kürzester Zeit machten sie einen deutlichen Wachstumsschub und blühten förmlich auf. Und: Bei der medizinischen Untersuchung wurde eine plötzliche Ausschüttung von Wachstumshormonen festgestellt!

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Wachstumsrechner auf der Basis der Größe der Eltern

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Perzentilenrechner - wie weit weicht dein Kind vom Durchschnitt ab?

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Dein Ergebnis lautet "kleinwüchsig" oder "hochwüchsig"?

"Kleinwüchsig" und "hochwüchsig" – das ist zunächst eine Definition, keine Krankheit! Heißen muss das vorerst also noch gar nichts. Trotzdem: Diese Kinder sollten beim Kinderarzt vorgestellt werden. Machen sich die Eltern große Sorgen oder leidet das Kind unter seine Größe, kann ein Besuch beim Arzt auch einfach nur für Beruhigung sorgen.