Wehencocktail
 
Wehencocktail: Das Rezept für Wehen?

Der Wehencocktail ist ein bekanntes Hausmittel, das die Wehen fördern soll. Aber bitte Vorsicht: Nehmen Sie den öligen Cocktail nur in Absprache mit Ihrer Hebamme ein. Warum und wie das Zeug wirkt, erfahren Sie hier.

Schwangere wartet auf Geburt
Thinkstock, Gustavo Andrade
Inhalt: 
Woraus besteht ein Wehencocktail?Wann wird ein Wehencocktail angewendet?Wie wirkt der Wehencocktail?Wie schnell kommen die Wehen nach dem Wehencocktail?Wie zuverlässig wirkt der Wehencocktail?Welche Risiken bzw. Nebenwirkungen hat ein Wehencocktail?Welche Alternativen gibt es?Forum: Tauschen Sie sich mit anderen Schwangeren aus

Gegen Ende der Schwangerschaft werden die meisten Mütter vor eine Geduldsprobe gestellt: Wann setzten die Wehen ein? Wann geht die Geburt los? Wann dürfen sie endlich ihr süßes Neugeborenes im Arm halten? Wann genau sich Ihr Baby auf den Weg zu Ihnen macht, kann Ihnen leider niemand mit Gewissheit sagen. Auch an dem errechneten Geburtstermin lieber nicht zu stark festhalten, denn tatsächlich kommen nur etwa 4 Prozent aller Babys an dem von Ärzten oder unserem Geburtsterminrechner errechneten Datum zur Welt. Medizinisch gesehen ist der Entbindungstermin (ET) eher ein Zeitraum. Er umfasst die drei Wochen vor und die zwei Wochen nach dem magischen Datum. Meistens setzen die Wehen ganz von alleine ein und man kann der Natur freien Lauf lassen. Manchmal jedoch braucht der Geburtsvorgang ein wenig Unterstützung, zum Beispiel wenn Sie bereits einen Blasensprung hatten, die Wehen aber noch nicht eingesetzt haben. Oder aber die Ärzte befürchten, dass Ihr Baby im Mutterleib nicht mehr so gut versorgt wird. Zur Einleitung der Wehen gibt es verschiedene Methoden, etwa durch die Gabe eines wehenfördernden Medikaments oder Gels. Es gibt aber auch natürliche Mittel, wie den Wehencocktail.  

Woraus besteht ein Wehencocktail?

Wehencocktail
Thinkstock, Mindstyle

Für einen Wehencocktail gibt es viele verschiedene Rezepte. Jede Hebamme bzw. Klinik hat ihre eigene Lieblingsrezeptur. Meistens enthält der Wehencocktail Rizinusöl, Aprikosensaft, Mandelmus und Alkohol (in Form von Sekt, Rotwein oder Schnaps). Einige Mischungen enthalten zudem Eisenkraut. Der Alkohol ist notwendig, damit sich das Rizinusöl im Saft lösen kann. Nebenbei überdeckt er den unangenehmen Geschmack. Da das Rizinusöl stark abführend wirkt, dient der kaliumhaltige Aprikosensaft dazu, den Elektolytverlust zu verringern. Das richtige Mischverhältnis der Zutaten ist äußerst wichtig für Ihre und die Gesundheit Ihres Kindes. Deshalb versuchen Sie bitte nicht, einen Wehencocktail selber zu mixen. Wenden Sie sich immer zunächst an Ihre Hebamme.

Die Zutaten des Wehencocktails

Sehen Sie hier, aus welchen Zutaten ein Wehencocktail besteht und welche Wirkung sie haben.

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Wann wird ein Wehencocktail angewendet?

Der errechnete Geburtstermin ist überschritten, aber Ihr Baby macht keine Anstalten auf die Welt zu kommen? Ärzte und Hebammen sprechen dann von einer Übertragung der Schwangerschaft (SSW 40+1 bis SSW 41+6). Mit der zweiten Woche der Übertragung steigt statistisch gesehen das Risiko, dass Ihr Baby im Mutterleib nicht mehr optimal versorgt wird. Deshalb werden Ärzte und Hebammen dann mit Ihnen über eine Geburtseinleitung sprechen. Eine Möglichkeit ist der Wehencocktail. Voraussetzung für seine Anwendung ist, dass Ihr Körper und Ihr Baby tatsächlich bereit für die Geburt sind. Das heißt, der Muttermund ist weich, leicht geöffnet und Ihr Baby sitzt tief im Becken. Außerdem brauchen Sie nach der Einnahme des Cocktails eine gute Überwachung.

Wie wirkt der Wehencocktail?

Rizinusöl ist in erster Linie als effektives Abführmittel bekannt. Obwohl es bereits in der Antike als wehenförderndes Mittel eingesetzt wurde, konnte erst vor wenigen Jahren geklärt werden, wie es genau wirkt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts fanden heraus, dass die im Öl enthaltene Rizinolsäure über die Darmschleimhaut aufgenommen wird und für Kontraktionen der Darm- und Gebärmuttermuskulatur sorgt.

Wie schnell kommen die Wehen nach dem Wehencocktail?

In den meisten Fällen setzen die Wehen bereits drei bis sechs Stunden nach Einnahme des Wehencocktails ein. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Wehencoktail keinen Erfolg hat. Meistens ist das Kind dann einfach noch nicht bereit, auf die Welt zu kommen.

Wie zuverlässig wirkt der Wehencocktail?

Wie zuverlässig wirkt der Wehencocktail? Über die tatsächliche Wirkung des Wehencocktails können nach aktuellem Forschungsstand kaum Aussagen getroffen werden, da die sich Wissenschaft bisher noch zu wenig damit auseinandergesetzt hat. Dennoch berichten viele Hebammen von ihren positiven Erfahrungen mit dem Einsatz des Wehencocktails zur Geburtseinleitung.

Welche Risiken bzw. Nebenwirkungen hat ein Wehencocktail?

Schwangere, CTG
Thinkstock, joruba

Einen Wehencocktail bitte nur unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme oder eines erfahrenen Geburtsmediziners einnehmen. Eine falsche Mischung der Zutaten oder eine Überdosierung kann zu starken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden führen. Das raubt Ihnen Kräfte, die Sie eigentlich für die anstehende Geburt brauchen. Manchmal können die Wehen nach Einnahme des Gemischs recht schnell einsetzten. Deshalb ist es besser, wenn Sie unter Aufsicht sind. Also bitte probieren Sie den Wehencocktail nicht auf eigene Faust aus.

Welche Alternativen gibt es?

Wenn Ihr Baby auf sich warten lässt, können Sie mit einer ganzen Reihe an sanften Methoden versuchen, die Wehen zu locken. So sagt man besipielsweise Spaziergängen, heißen Bädern oder aber Fußreflexzonen-Massagen eine wehenfördernde Wirkung nach. Mehr zu den einzelnen Methoden und ihren Erfolgsaussichten können Sie in unserem Artikel „Was lockt die Wehen?“ nachlesen.

Forum: Tauschen Sie sich mit anderen Schwangeren aus

Die Geburt Ihres Kindes steht kurz bevor oder der Geburtstermin ist bereits überschritten und Sie möchten sich gerne mit anderen werdenden Müttern in dieser Situation austauschen? In unserem Forum finden Sie Gleichgesinnte.